Wendelinus-Kapelle

Die Wendelinus-Kapelle auf dem Kaltenhof

Die Wendelinus-Kapelle auf dem Kaltenhof wurde 1714 neu erbaut und war zuvor “Zum heyligen Creüz” geweiht. Die Heilig-Kreuz-Kapelle ist 1708 noch erwähnt.
Wegen “allerlei Seuchen unter dem Rindervieh” erflehten die Leinstetter und Bettenhausener die Fürbitte des heiligen Wendelin. Das Standbild mit den Attributen Schaf und Ochs ist aus dieser Barockzeit.

Aus der Leinstetter Chronik zur 900 Jahrfeier erfahren wir folgenden Text:

Pfarrer Josef Moll (1710-1721) war sehr rührig und veranlasste den Neubau der Wendelinuskapelle, da die alte Kapelle abgegangen war. Da aber während des Baues das Geld ausging, schickte die Gemeinde Leinstetten ihren Mitbürger Christian Lechleüther zum Sammeln.
Dazu bekam er einen vom Ortsherrn Johann Franz von Bubenhofen und vom Pfarrer Moll unterzeichneten und besiegelten Bettelbrief mit. Aus diesem Brief erfahren wir die Beweggründe für den Kapellenbau.
Es heißt darin, dass sie “aus sonderbarer göttlicher Verhängnis schon viel Jahr hero layder mit der Theuerungen des lieben Stückh Brodts wie auch mit allerley bekandtlichen Seuchen under dem Rendervieh heimgesuchet und gestrafft worden” seien, weshalb sie durch die Fürbitte des hl. Wendelin diese grausamen Strafen Gottes abwenden wollte. .

Die neue errichtete Kapelle wurde so auf den Patron St. Wendelin geweiht und trägt im Türsturz die Jahreszahl 1714.

Im Chor der Kapelle steht ein barocker Bauernaltar mit einem freundlich wirkenden St. Wendelin. Die Symbole des Heiligen, Schaf und Ochs, stehen auf gesonderten Altaraufsätzen.

Bereits 1474 ist auf “Aichen” [beim Kaltenhof] und an der “Höhenstaig” eine Kapelle mit Grundbesitz erwähnt. 1624 ist auf dem Kaltenhof ein Schafhof genannt, der den Herren von Bubenhofen gehörte. Die dortige gutsherrliche Ziegelhütte wurde 1797 verpachtet. 1672/73 ist die Kapelle “Zum heyligen Creüz” neu errichtet worden, zerfiel durch Kriegseinflüsse jedoch sehr bald. Im Jahre 1714 wurde an deren Stelle die oben erwähnte Wendelinus Kapelle errichtet. Sie erhielt im Jahre 1843 ein neues Strohdach und 1863 eine Schindeldeckung. 1888 wurde der Bau gründlich renoviert.

Fresko

Zweimal im Jahr fanden Bittgänge zur Kapelle statt, am St. Wendelinus-Tag (20. Oktober) und in der Bittwoche vor Christi Himmelfahrt. Mit Kreuz und Fahnen trafen sich die Prozessionen von Bettenhausen und Leinstetten bei der Kapelle.

Die Verwaltung und Betreuung der Kapelle obliegt gemeinsam den beiden Kirchenpflegen Bettenhausen und Leinstetten.

Im Jahr 2026 sind umfangreiche Außenarbeiten an der Kapelle durchgeführt worden. Mit einem Gottesdienst am 1. August wurde die Fertigstellung des ersten Abschnittes gefeiert, nachzulesen in folgendem Bericht.

Feierlicher Gottesdienst am Sonntag den 2. August
in der Wendelinuskapelle auf dem Kaltenhof

Wendelinuskapelle – Blick vom Kaltenhof talabwärts
Wendelinuskapelle – Jakobusweg
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