Was für ein toller Jahresabschluss.

Dienstag, 30. Dezember 2025

Marschalkenzimmerner und Leinstetter Wanderer gemeinsam unterwegs. Das dritte Mal schon. Nachdem man sich vor zwei Jahren im Gasthaus Linde in Leinstetten getroffen hat, letztes Jahr im Sportheim in Marschalkenzimmern, folgte dieses Jahr ein weiterer absoluter Höhepunkt.

Löwenwirts Hütte im Weidener Wald. Wie, wo, was? Kalte Hütte im Wald, Dauerfrost, eisiger Wind. Wie soll das gehen? Es ging – und wie! Sensationell. Aber ohne Fleiß kein Preis. Wanderführer Joachim gab  die Fuchswaldhütte bei Weiden als Treff- und Startpunkt an.

Herzliche Begrüßung.

Nach einer herzlichen Begrüßung, man kennt sich ja teilweise seit Jahrzehnten, hatte damals gegeneinander gekickt, in der Kohlgrube in Zimmern, im Glatttalstadion in Leinstetten, ging es dann hinein in den Wald. Das Knirschen im Schnee, das klack, klack, der Wanderstöcke war durch die angeregte Unterhaltung kaum zu hören. Herrlich ging es dahin, an der Kante zum Dobeltal entlang, an der es sacksteil hinunter ging. Früher, so wurden die Wanderer informiert, war das Dobeltal baumlos, Wiesen, nur grüne, landwirtschaftlich gepflegte Wiesen. Das Dobeltal endet bekanntlich in Hopfau und nanu, man wollte doch in eine Hütte bei Weiden. Den Ausblick zum Franzosenhieb oder hinunter zur Waldfee konnte man ja noch nachvollziehen, als aber auch noch der Kirchturm von Mettstett am Horizont erschien, also auf der anderen Talseite, kamen doch leichte Zweifel auf. Langsam schmolz das Vertrauen in den Bettenhausener Joachim und mancher befürchtete, hum(m), ob man Silvester wohl irgendwo im Dschungel verbringen wird? Zumal die Kilometerangaben der Zimmerner Kameraden schon recht unterschiedlich waren. Ob es nun an den unterschiedlichen Handys oder Apps lag oder ob die ungleiche Schrittlänge von Eberhard oder Gerhard R. die Differenz ausmachte? Es war letztendlich egal. 

 

Muntermacher oder Frostschutz?

Ein Mutmacher aus dem Rucksack vom Wanderführer. Dujardin Premium Weinbrand. Flugs wurden Becherle verteilt und dann verschwand auch das letzte Fünkchen Vertrauen in den Wanderführer. Während er sich fluchend mit dem furztockenen Korken abmühte hatte Kamerad Eberhard längst seinen Grappa und seinen Topinambur mit Blutwurz ausgepackt, geöffnet und ausgeschenkt. Herrlich, es kam wieder Leben in die Kameraden. Irgendwann hatte auch Joachim ein Loch in den Korken gebohrt und anstandshalber ließ man sich doch noch von seinem Weinbrand einschenken, mit klitzekleinen Korkkügelchen verfeinert. Na ja, so toll mundete der Dujardin auch wieder nicht, dass die Flasche leer geworden wäre und somit tauchte das Problem mit dem Rücktransport der offenen Flasche im Rucksack auf.

Ein Stück Rute aus der Hecke auf die Flasche er nun steckte, mit dem Taschenmesser kurz in Form gebracht, somit hat das Wandern wieder Spaß gemacht

Endlich eine Hütte, aber halt nicht die gewünschte. Das Forlewangen-Haus, alles andere als eine Hütte, wurde einfach links liegen gelassen.

Und das mitten im Wald.

37 ste Weggabelung. Und jetzt? „Mir kennet jetzt donieber, des wär a bisle weider oder do nom, des wär a bisle näher“?

Eindeutige Tendenz: Do nom!

38 ste Weggabelung. „Mir kennet jetzt…… Nein, es war keine Frage, der etwas weitere, angeblich bequemere, gefahrlose, kleine Umweg wurde eingeschlagen. Inzwischen wurde die Differenz zur Hütte in Metern angegeben, aber zu sehen war sie immer noch nicht. Für einen Kameraden wurde eine Eisplatte zum Verhängnis, er stürzte und musste mit dem Auto abgeholt und später ins Krankenhaus gebracht werden. Alle wünschen ihm gute Besserung.

Im Wald, im grünen Walde, da steht ein – nein kein Försterhaus. Eine Hütte, auf einer kleinen Lichtung. Licht brannte hinter den beschlagenen Fenstern, der Kamin rauchte.

Märchenhaft. Nein, des Försters Töchterlein schaute auch nicht heraus, aber drinnen saßen bereits die Kameraden Karl und Lothar. „Jo wia hend au ihr do her gfonda“? Hosch du scho mol ebbes vo Koomot gehört“?Basta.

Ludwig anscheinend auch nicht. Sein Hilferuf kam von der Fuchswaldhütte, wo er außer geparkten Autos niemand vorfand. Aber auch er gesellte sich irgendwann zu den Kameraden in der Zimmerplatz-Hütte. Urgemütlich, mollig warm. Für die Biertrinker standen kalte und “net so kalde” Flaschen bereit. Dieses Mal gab es tatsächlich Brezeln mit Butter und den durfte man sogar eigenhändig einstreichen. Perfekt. Ja und nach dem ersten Bier packte Eberhard die Liederbücher aus.

Kreissparkasse Biberach, stand auf der Rückseite. Schon etwas verwunderlich, wo doch zwei ehemalige Volksbankvorstände mit am Tisch saßen. “Wie lieblich schallt, durch Busch und Wald“, wäre etwas übertrieben, aber man gab sich alle Mühe, gemeinsam einige Lieder zu singen. Zwischendurch mussten natürlich die Stimmbänder geölt werden, mit einem zweiten Bier, mit einem Viertele und auch Eberhards Topinambur machte nochmals die Runde. Draußen war es inzwischen dunkel geworden, drinnen musste Löwenwirt Hans  am Kronleuchter die Wachskerzen austauschen und dann legte er auch noch eine große Holzscheite auf, was selbstverständlich als Aufforderung zum Sitzenbleiben verstanden wurde. Hätte man gewusst, dass auch noch Hackschnitzelkönig Uli vorbeikommt, hätte man vielleicht…?

Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Die Frage ist halt immer, wann das ist? Da man aber noch zwei Kilometer Rückweg durch den finsteren Weidener Wald und vermutlich noch Weggabelung 39, 40 und und und….vor sich hatte, wurde schweren Herzens zum Aufbruch gebeten. Hans führte die Leinstetter DienstagsWanderer zurück zur Fuchswaldhütte.

Bleibt ein Dankeschön zu sagen an die Kameraden aus Marschalkenzimmern, besonders an Organisator Joachim und Hüttenwirt Hans. Es war ein toller, unvergesslicher Jahresabschluss.

Wäre Weihnachten nicht schon vorbei, die DienstagsWanderer würden eine Wiederholung auf den Wunschzettel schreiben.

Ja und dann war da noch der Wanderführer, der sich auf dem Heimweg selber aufs Glatteis führte und deshalb mit grausigen Schmerzen ins neue Jahr hineinschlitterte. Auch ihm gute Besserung.

2 Antworten auf „Was für ein toller Jahresabschluss.“

  1. Das war aber eine ganz schön komplizierte letzte Wanderung und spannend zu lesen wie immer, lieber Gerhard. Zum Glück alles am Schluss bestens und sehr vergnügliche, außer dem Sturz. Hoffentlich wieder auf dem Damm. Euch allen ein gesundes und glückliches neues Jahr, viele schöne Wanderungen in Eurer tollen Gruppe. Herzliche Grüße Uschi 😚

  2. Die Wanderung und das gemeinsame Drumum waren eine richtig schöne Sache, dass man daraus aber einen so spannenden und romanähnlichen tollen Bericht machen kann, dazu bedarf es eines guten Autors !

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