DienstagsWanderer – Dreierpack

 

Sommerfestle, Ruine Hohendießen, Schwarzwaldhochstraße.

Dienstag, 01. September 2026 Sommerfestle.

Ein Festle wie aus dem Bilderbuch. Ob’s daran lag, dass die Frauen eingeladen waren? Ganz sicher – hundertprozentig. 40 Personen am wunderschön gestalteten Grillplatz auf dem Kapf.

Ein Lagerfeuer entfachen war zu gefährlich, also musste sich Grillmeister Peter seine Arbeitsschürze nicht umbinden. Selbst ist der Mann, hieß es im E-Mail. Besteck, Teller und Getränke sind mitzubringen. Und pro Paar eine kleine Schüssel Salat.

Upps, von Fleisch oder Wurst stand nichts geschrieben. Das kam nicht gut an. Man könnte doch mit dem Gasgrill, ja könnte man, aber auf die Anfrage kam keine positive Antwort, bzw. erst nachdem Peter sich bereit erklärt hatte, Fleischkäse zu organisieren und auch zu Hause aufzubacken.

Drei Personen hatten versprochen, eine Festgarnitur mitzubringen. Perfekt. Nur, auch eine halbe Stunde nach Festbeginn fehlte noch eine. Endlich kamen dann Schäfers auf der Passhöhe an, nur im Kofferraum waren zwei Bänke aber kein Tisch. Und jetzt? Tricks Schafstall war die Rettung. Nach all den Unpässlichkeiten, Unklarheiten, vergessenem Besteck, fehlendem Getränke, fehlendem Geld zum Bezahlen von Peters Fleischkäse wurde es doch noch ein perfekter Abend. Die Frauen bestückten mit hervorragenden Salaten das Buffet, gut, an Ludwigs Kartoffelsalat fehlte etwas Salz, dazu gab es echte vom Stuttgarter Peter angelieferte französische Baguettes und nicht zu vergessen, ebenfalls aus Frankreich importieren Rotwein von Fritz. Wer mochte, konnte sich mit frischem Quellwasser aus dem riesigen Tank versorgen, das allerdings zum Gießen des nun schon für zwei Personen schattenspendendem Baumes gedacht war. Wie auch immer, man verbrachte einen netten, unterhaltsamen Abend bei angenehmen sommerlichen Temperaturen. Zwischendurch stimmte Geri mit der Gitarre und ihrer wunderschönen Stimme noch einige Lieder an und mit Einbruch der Dunkelheit löste sich der Kreis trotz romantischer Beleuchtung nach und nach auf. Dank an alle, die zum Gelingen des Sommerfestle beigetragen haben.

Dienstag, 08. September Ruine Hohendießen

Bewegung war wieder angesagt. Urlaubsbedingt trafen sich nur wenige Wanderer am Sportgelände in Oberiflingen. Dem Schild zur Ruine Hohendießen folgend ging es genüsslich bergab. Die Rundsicht bei wolkenlosem Himmel war grandios. Fast verlegen wurde an zwei mit Brennholz beschäftigten Männern vorbei gewandert. Na ja, in deren Alter waren wir am Dienstagmittag auch noch anderweitig beschäftigt. Der Weg wurde zum Pfad, fast undurchdringlich, aber herrlich zum Wandern. Irgendwann stieg man über Stufen abwärts und folgte einem Hohlweg, der tatsächlich direkt an der Ruine endete.

Ein stolzes Bauwerk, das offensichtlich durch fleißige Hände in gutem Zustand über Dießen thront. Über steile Steinstufen konnte man drei Etagen hinauf steigen und die tolle Aussicht über das Dießener Tal genießen. Dem aufmerksamen Betrachter fiel natürlich die Gartenlaube direkt unter der Wehrmauer auf, in der eine junge Frau ihre Mittagsruhe genoss. Der Anfrage nach Most oder Bier folgte nur ein Angebot für ein Glas Wasser. Na ja, so ausgetrocknet waren die Wanderer dann doch nicht.

Müde Kameraden

Noch nicht, denn beim anstrengenden Aufstieg hinauf nach Oberiflingen, den letzten Kilometer in der prallen Sonne, tropfte der Schweiß literweise unter den Mützen hervor. Ein kühles Bier der Herzenswunsch am Turm in Mettstett. Nur, wie so oft, der Automat ließ sich nicht öffnen. Ausweis oder Führerschein durchziehen, nichts ging. Anders rum, so rum, langsamer, schneller, grünes Licht, jetzt aber, nein doch nicht. Rotlicht. Ja und dann reichte Bruno seinen Ausweis, mit dem er es vergeblich seit Jahren versucht hatte, einem fremden Mann und siehe da, die Türe ließ sich öffnen. Es geschehen also doch noch Zeichen und Wunder. Somit konnte mit einem zünftigen Umtrunk das Leben der Wanderer gerettet und der Nachmittag zu Ende gebracht werden.

Dienstag. 15. September Schliffkopf – Zuflucht.

Eine Wanderung auf den Höhen des Schwarzwaldes war angesagt. Die Wetterprognosen waren hervorragend und so fuhren die Wanderfreunde voller Vorfreude zum Parkplatz beim Hotel Zuflucht um ab dort mit dem Bus zum Schliffkopf zu fahren. Über Abfahrtszeit und Gruppenpreis hatte sich wie immer Fritz informiert. Also konnte nichts schief gehen. Bereits 30 Minuten vor Abfahrt standen 13 Wanderer gut gelaunt bereit. Also genügend Zeit, die Mützen zurechtzurücken, die Stöcke einzustellen und die Wanderschilder zu betrachten. Dann geschah, was bei der Deutschen Bahn völlig ausgeschlossen wäre, der Bus kam doch tatsächlich zehn Minuten früher. Prima. Fritz übernahm die Verhandlung mit dem Fahrer, der dem Rest die Anweisung gab, hinten einzusteigen. Plätze genug, endlich sitzen. Perfekt. Oder doch nicht? Durchsage, alle wieder aussteigen, denn der Bus fährt in die entgegengesetzte Richtung. Alle wieder raus, weitere zehn Minuten rumstehen, doch dann durfte für 1.90 € zum Schliffkopf gefahren werden.

Jetzt gab es kein Halten mehr. Auf einem steinigen Pfad ging es hinauf zum Gipfelkreuz wo man die grandiose Rundumsicht genoss. Unglaublich, traumhaft schön. Auch unglaublich, was so mancher trotz fehlendem Fernglas erkennen konnte. Das Glatttal, den Feldberg, die Vogesen, den Turm in Mettstett direkt neben dem Eiffelturm und sensationell, Paul erkannte doch tatsächlich Manfreds Nattenbrunnen in Glatten. Auf dem Westweg abwärts und schon die nächste Aussichtskanzel. Ungeniert wurde dem auf dem Bänkle sitzenden Ehepaar die Sicht verstellt, das dann auch bald die Flucht ergriff. Nun folgten auch die DienstagsWanderer der Beschilderung in Richtung Zuflucht. Die Kilometerangaben waren etwas zweifelhaft, aber das tat der Begeisterung keinen Abbruch. Vorbei an traumhaften Aussichtspunkten, ständig bergauf, bergab, mal in der Sonne, manchmal im Schatten. Wieder wurde ein netter Rastplatz erreicht und Albrecht wünschte sich nichts sehnlicher als ein kühles Bier. Gab es nicht, aber ein Schnäpsle durfte doch genossen werden. Gut oder nicht gut? Bei Siegfried löste es einen bedenklichen Hustenanfall aus, der ihn auch noch auf dem Weiterweg plagte.

Noch drei Kilometer stand auf dem Schild.

Der letzte Anstieg war dann nochmals eine schweißtreibende Herausforderung. Um so mehr schmeckte im Biergarten an der Zuflucht die erste Halbe. Okay, die zweite ebenfalls. Somit ging wiederum eine toller Wandernachmittag zu Ende.

 

 

Eine Antwort auf „DienstagsWanderer – Dreierpack“

  1. Man könnte beinahe zu dem Schluss kommen, dass immer Dienstags die beste körperliche Betätigung und die beste Kulturveranstaltung in Leinstetten stattfindet.
    Zumindest sind die Berichte von Gerhard so toll geschrieben, dass es immer schade ist nicht dabei gewesen zu sein.

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