Wandern mit Wendelin und den Mittwochswanderern aus Weildorf.
Dienstag, 13. Oktober 2026
Zum wiederholten Male hat Wendelin aus Weildorf zugesagt, die Leinstetter Wanderer über Feld und Flur zur Einkehr zu führen.
Peter war der Organisator und so war abgesprochen, dass man gemeinsam mit der Wandergruppe aus Weildorf nach Wiesenstetten in das Gasthaus Krone wandert. Bruno hat dort für die Leinstetter Gruppe Plätze reserviert, da Wendelin seine Mannen bereits angemeldet hatte. Perfekt. Also fuhren die DienstagsWanderer zügig zum Treffpunkt am Sportplatz in Weildorf.

Ludwig und Albrecht waren schon dort. Von den Weildorfern weit und breit kein Wanderer zu sehen. Doch, Wendelin der mit der herbstlichen Rasenpflege beschäftigt war und dann preisgab, dass doch das gemeinsame Unternehmen erst morgen geplant ist. Beim kurzzeitigen Disput zwischen Peter und Wendelin konnte nicht eindeutig festgestellt werden, wer wen am Telefon falsch verstanden hat. Klar, die Dienstagswanderer sind halt dienstags unterwegs, die Mittwochswanderer, logisch, mittwochs.
Wie in der großen Politik, jeder beharrte auf seinem Standpunkt. Nur, nicht wie in der großen Politik, nach zwei Minuten war man sich einig und wanderte gemeinsam dem ausgemachten Ziel entgegen. Mit Wendelin, also nicht mit dem heiligen Wendelin, dem Schutzpatrone der Bauern und Hirten, war man schon öfters unterwegs, auf unbekannten Wegen rund um Haigerloch, auf schmalen Pfaden und einmal auch abenteuerlich bäuchlings unterm Maschendrahtzaun hindurch.
Diesmal ging es gemächlich durch den Ort hinauf zum weit außerhalb gelegenen Friedhof in Richtung Bittelbronn. Auf dem Höhenrücken genoss man die herrliche Aussicht zur Schwäbischen Alb. Am Wegesrand warteten Obstbäume, deren Äste müde hängend ihre Früchte zum probieren anboten. Äpfel, Zwetschgen und Walnüsse im Überfluss. Einzelne Hecken und Sträucher behangen mit tiefblauen Schlehen oder knallroten Hagebutten bezeugten, dass der Herbst angekommen ist. Bei Henstetten (wo isch au dees) ein Bauer, der in der Rossweide die Pferdeäpfel einsammelte, gegenüber ein Ehepaar, das bereits zwei Säcke Mostobst aufgelesen hatte. Bleibt zu hoffen, dass es keine Verwechslungen gegeben hat. Kurvig ging es dann hinunter ins Laibertal und sacksteil auf der Zielgeraden hinauf nach Wiesenstetten. Im Gasthaus Krone wurden die müden Wanderer bestens bedient und mit einem deftigen Vesper versorgt und belohnt.
Die Bedienung, die Juniorchefin und natürlich auch die greise Seniorchefin bemühten sich gemeinsam um das Wohl der Gäste. Zwischendurch gab es noch ein Schnäpsle, für die vorschriftsmäßig verzichtenden Autofahrer, kaum zu glauben, ein kleines Tütchen Gummibärle. Eine nette Geste. Traditionell wurde die Gruppe von der Kronenwirtin mit “kommet au wieder“ verabschiedet. Gerne. Herzlichen Dank an die Organisatoren Wendelin und Peter für die fast perfekte Organisation.
KI würde ihnen raten: Um ein Missverständnis schnell zu beseitigen, suchen Sie das direkte Gespräch, schildern Sie die Situation sachlich aus Ihrer Sicht und hören Sie aktiv zu. Fragen Sie nach, was Ihr Gegenüber gemeint hat, und klären Sie die Sache in einem ruhigen Moment auf.
Vo Leinstett noch Mettstett ens Küferstüble.
Dienstag, 20. Oktober
Es war nicht ganz klar, freute man sich auf eine schöne Wanderung oder auf die Einkehr bei Aloisia und Walter. Auch ohne KI oder ChatGPT war klar. Letzteres! Vom alten Rathaus an ging es schweißtreibend de Flecka nuff, durchs Oberdorf ond Stoiag nuff bis zom Käppele.

Und das am Gedenktag des Heiligen Wendelin, nicht der aus Weildorf, sondern der Schutzpatron des Viehs und des gedeihlichen Wetters. Bekannte Bauernregel:
„Sankt Wendelin, verlass uns nie, schirm unsern Stall, schütz unser Vieh!“
Leider konnte das versprochene Abnehmen der Beichte nicht stattfinden, da im Inneren der Kapelle Renovierungsarbeiten stattfanden. Ein Glockengruß an die verstorbenen Kameraden konnte auch nicht ins Jenseits geschickt werden. Schade. So wurden unverzüglich die letzten Höhenmeter hinauf zum Galgenbuckel erklommen und dann im Nachmittagsdunst zum kaum erkennbaren Turm in Mettstett gewandert.
Ein Abstecher zum Blockhaus ließ man großzügig aus, denn es war klar, Walter wartet sehnsüchtig (?) auf die Gruppe. Na ja, einige hatten es so eilig, dass sie doch tatsächlich an der Einfahrt zum Küferstüble vorbeischossen. Somit bewahrheitete sich der Bibelspruch:
Die Ersten werden die Letzten sein, ha, ha.
Nach der herzlichen Begrüßung am Hofgut Bippus, einem flüchtigen Blick der Schöpflesgucker in das Gewächshaus von Aloisia und dem allerletzten Anstieg auf der Holztreppe durfte man endlich Platz nehmen.
Kaffeetassen, Feuerwehr- und Zitronenkuchen, warme Brezeln und Bauernbratwürste, Alpirsbacher und Fürstenberg, drei Sorten Wein, alles stand bereit. Trollinger mit Lemberger, Trollinger oder aber Lemberger. Was für ein Nachmittag?!
Als das erste Lied mit dem Text aus dem Handy gesungen wurde, wurden die Liederbücher verteilt und da bei den DienstagsWanderern zahlreiche hervorragende Sänger sind, wurden vermutlich in ganz Mettstett, trotz frischer Prise von der Alb herüber, die Fenster aufgerissen um ja nichts zu überhören oder gar um mitzusingen. Oder war es die Dämmerung, das diffuse Licht, die beschlagenen Fenster oder, oder….. oder stimmt der Spruch:
Wer die Wahrheit im Wein finden will, darf die Suche nicht beim ersten Glas aufgeben.
oder
Für Sorgen sorgt das liebe Leben und Sorgenbrecher sind die Reben.
oder
Merkt euch: Es ist egal, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Entscheidend ist, wie viele Flaschen noch da sind.
Und es waren genügend da. Trotzdem machten sich die jungen Alten zu Fuß auf den Heimweg, während die älteren Alten pflichtbewusst auf die Abholtaxis warteten. Wie auch immer, es war eine wunderschöne Einkehr im Küferstüble. Herzlichen Dank an Aloisia und Walter.












