Ein Frühlingstag im “Badischen”.

Auf dem Flößerweg von Schiltach nach Wolfach.

Dienstag, 02. April 2019

Animiert durch den Vortrag von Fritz Peter über die Flößerei begaben sich die DienstagsWanderer auf den Flößerweg an der Kinzig. Die Teilstrecken Lossburg – Alpirsbach und Schenkenzell – Schiltach wurden bereits absolviert und somit wurde in Schiltach gestartet. Bei frühlingshaften Temperaturen ging es zuerst in Richtung Heubachtal. An der Firma Hans Grohe vorbei, deren Mitarbeiter entweder mit Ankunft oder Abfahrt den Schichtwechsel vollzogen. Muss man nun als Rentner ein schlechtes Gewissen haben, wenn man sich zwischen dem arbeitenden Volk durchschlängelnd auf Wanderschaft begibt? Sicher nicht, denn alles hat seine Zeit. “Flösserweg”. Ein blaues Schild weist die Wanderer nach links und eine kleine Steigung hinauf. 11 km nach Wolfach. “Das hat bestimmt wieder unser Hans ausgesucht”, hört man erschrocken sagen. Hatte er aber nicht.

Vorbei ging’s an blühenden Bäumen und Sträuchern mit schönem Ausblick hinunter zur Kinzig und hinüber zur Bundesstraße. Das Kinzigtal aus einer anderen, ungewohnten Perspektive. Ein sehr bequemer Weg führte angenehm talwärts.

Gut gelaunt unterwegs.
Genüßlich bergab.

 

Nach der Abzweigung nach St. Roman durfte ein Teilstück der uralten Talstraße, die links mit einer mächtigen Mauer gestützt und rechts in die Felswand gehauen war, bestaunt werden. Beeindruckend. Immer wieder schön gestaltete Informationstafeln, die das Leben und Arbeiten der Flößer dokumentierten. An einem in die Jahre gekommenen Bauernhof mit gackernden Hühnern, mit einer sich sonnenden Katze und einer schimpfenden Bäuerin vorbei, wurde das Dorf Halbmeil angesteuert.  Was müssen die Wanderer auch durch die Wiese laufen, wenn es daneben einen Weg gibt. Recht hatte sie, genützt hat es aber nichts. Noch 5,5 km nach Wolfach. Was, immer noch? Ja, da begann es wieder, das Ziehen in der Hüfte, das Brennen der Sohlen und dazu der unverschämte Durst.

Auf dem Radweg.
Ätzendes Warten.

Also zügig weiter auf dem Radweg, auf dem man von den Radlern hin und her gehetzt wurde. Wie es bei Fußgängern halt so ist, der eine hüpft nach rechts der andere springt nach links,  Bruno entscheidet sich für die goldene Mitte, bleibt einfach stehen, sollen die doch gucken wie sie durchkommen. Basta. Endlich Wolfach. Leider war das Mini-Golf-Platz Kiosk unten an der Kinzig noch geschlossen und so musste der gemütliche Teil an der ungemütlichen Durchgangsstraße in der Stadtmitte stattfinden. Jetzt aber schnell ein Bier.  Schnell, das ging gar nicht. Die Wirtin, mit Block und Kugelschreiber bewaffnet, fragt nach den Wünschen. Man streckt, man zählt, man sagt – sie schreibt, sie zählt, sie rechnet, aber 9 Getränke für 14 Männer? Ach so, Hans-Dieter sitzt im Lokal, Lothar fehlt noch, Willi sitzt am Nebentisch. Nochmals strecken, zählen, sagen – sie schreibt, sie zählt, stimmt wieder nicht. Nach dem dritten Fehlversuch entscheidet sie sich fürs Holen der notierten Getränke. Letztendlich waren  halt zwei Radler sauer übrig. Für den Nachschub sorgte dann die Bedienung und alles war wieder gut. Für neue Nachrichten sorgte WhatsApp, ja, ja, auch Rentner kennen das. Aus Amerika schickte Kamerd Peter liebe Grüße, aus Brüssel grüßte Kamerad Walter. Ist das nicht herrlich? Die Ortenaubahn brachte die DienstagsWanderer zurück nach Schiltach.

 

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