Schattige Sommertouren

DienstagsWanderer trotz Hitze unterwegs.

Dienstag, 26. Juli 2022

Vernünftig, was man von den Rentnern nicht immer behaupten kann (wäre ja auch langweilig) haben die Senioren im Juli ihre Touren eingeteilt. Möglichst kurz, im Schatten und natürlich mit einer Einkehrmöglichkeit, waren die Kriterien.

In der ersten Juliwoche ging es vom Leinstetter Kapf fast eben in Richtung Wittendorf. Kurz vor dem Verlassen des Waldes ein hochalpiner Abstieg hinunter zum Gaisbach und zum See des Wittendorfer Angelsportvereins. Von Vorstand Rudi wurde man bestens in seiner ihm eigenen, liebenswerten Art, mit Getränken versorgt. Wie immer blieben auch die Frotzeleien über die gemeinsame Fußballerzeit nicht aus. Herrlich saß man an der schattigen Hütte, konnte die Wildenten am jenseitigen Ufer beobachten und ab und zu einen übermütigen Luftsprung einer Forelle bestaunen. Idylle pur.

In der zweiten Woche wurde die Dienstagstour zum Marathonlauf. Nur, irgendetwas stimmte nicht mit den Metern, Kilometern oder dem Komma. Vielleicht der Vergesslichkeit im Alter geschuldet? 42 km, 4,2 km oder 420 m? Zwei Mal 420 m trafen wohl am ehesten zu. Von der Hitze getrieben wanderte man vom Freibadparkplatz in Glatten in Richtung Lombach und dann flott links weg zu Maiers Nattenbrunnen.

Herrliches Rentnerdasei.

Und siehe da, im herrlich frischen Bergwasser durfte man sich nicht nur erfrischen, nein, da schwammen zwei Flaschen Mineralwasser und in der Tiefe des Meeres (Brunnens) stand ein Kasten Bier. Manfred wusste eben um die Bedürfnisse seiner Kameraden. Der Schuppen wurde geöffnet, Sitzgelegenheiten unterschiedlichster Art wurden hervorgezaubert und dann gab es auch noch eine Rundfahrt mit dem Deichselreiter-Traktor.

Manne, der Deichselreiter.

So ist es halt, wenn das Kind im Manne erwacht oder Männer zu Kindern werden. Zum Glück ist nichts passiert. Man verließ Maiers Ranch und absolvierte voller Elan die zweite Strecke des Marathonlaufes. Dass so was schweißtreibend ist, bezeugte die Wäsche, die ein einsamer Wanderer an den Trainingstoren des SV Glatten zum Trocken aufgehängt hatte. Im Freibad-Biergarten zwischen den Badegästen wurde der Flüssigkeitshaushalt dann wieder in Ordnung gebracht.

Auch in der dritten Woche galt es möglichst nicht in der prallen Sonne zu wandern und so bot sich der Radweg von Bettenhausen nach Hopfau an. Allerdings wurden die Wanderer von den Holzmachern ausgebremst. Am Ortsende war abgesperrt, kein Durchkommen möglich, auch nicht nach Absprache mit den Waldarbeitern. So wurde die Tour zur Bergtour.

Bergsteiger auf der Alm.

Über Morlocks Grundstück erreichte man die Bettenhausener Kapelle, übersprang leichtfüßig mehrere Weidezäune um dann gemütlich am Hang dahinzuwandern. Es war höchste Zeit, die Hitzglocke über dem engen Dornhaner Ortsteil zu verlassen, denn Atemnot, Durst, dumme Fragen und falsche Behauptungen machten Wanderführer Gotthard zunehmend aggressiv.

Auch auf der Mettstetter Route gab es Probleme. Zum Glück ist nur ein Wanderstock gebrochen und der Blutverlust hielt sich in Grenzen, musste allerdings umgehend wieder ausgeglichen werden. Und das wurde gemeinsam im Seehotel erledigt.

Herrlich im Schatten der mächtigen Birken und Eschen sitzend floss nicht mehr der Schweiß, sondern das Bier in Strömen. Hotelier Rolf hatte genügend parat.

Wein auf Bier, das rat ich dir!

Der Wechsel von Bier auf Wein ging bei Kamerad Bruno buchstäblich fließend. Was für eine Akrobatik? Den rechten Ellenbogen locker auf den Oberschenkel gestützt, das Weinglas freihaltend ohne einen Tropfen zu verschütten. Den linken Arm angewinkelt, krampfhaft die Flasche an den Mund gepresst (bloß nichts verschütten) den Blick zum Himmel gerichtet, schluck, schluck – ist das ein Leben. Da blieb auch Klaus die Spucke weg.

Auch die Fahrerinnen fühlten sich wohl.

Schade, dass die Fahrdienste so frühzeitig eintrafen, es wäre ein lustiger Sonnenuntergang geworden nach diesem feucht, fröhlichen Nachmittag. Scheeee war’s im

 

 

 

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