Die DienstagsWanderer auch 2024 wieder motiviert unterwegs

Vorbei waren die Weihnachtstage, vorbei der Jahreswechsel, vorbei die Langeweile.

Am 2. Januar war wieder wandern angesagt, damit es daheim bloß nicht  zu diesem Dialog von Loriot kommen kann:

Berta: “Herrmann?”
Hermann: “Ja?”
Berta: “Was machst du da?”
Hermann: “Nichts!”
Berta: “Nichts? Wieso nichts?”
Hermann: “Ich mache nichts!”


Berta: “Gar nichts?”
Hermann: “Nein.”
Berta: “Überhaupt nichts?”
Hermann: “Nein, ich sitze hier!”
Berta: “Du sitzt da?”
Hermann: “Ja.”
Berta: “Aber irgendwas machst du doch!”
Hermann: “Nein.”
Berta: “Denkst du irgendwas?”
Hermann: “Nichts besonderes.”
Berta: “Es könnte ja nicht schaden, wenn du mal etwas spazieren gingest!”
Hermann: “Nein, nein.”
Berta: “Ich bringe dir deinen Mantel!”
Hermann: “Nein, danke.”
Berta: “Aber es ist zu kalt ohne Mantel!”
Hermann: “Ich geh ja nicht spazieren.”
Berta: “Aber eben wolltest du doch noch!”
Hermann: “Nein, du wolltest, daß ich spazieren gehe!”
Berta: “Ich? Mir ist es doch völlig egal, ob du spazieren gehst!”
Hermann: “Gut.”
Berta: “Ich meinte nur, es könnte ja nicht schaden, wenn du mal spazieren gehen würdest!”
Hermann: “Nein, nein, schaden könnte es nicht.”
Berta: “Also was willst du denn nun?”

Oder noch schlimmer. Bleibt zu hoffen, dass es kein DienstagsWanderer war, der zum Jahreswechsel seiner Frau diesen Brief geschrieben hat.

Meine liebe Ehefrau !
Im letzten Jahr habe ich mich 365-mal um Dich bemüht (bis hierher perfektes DienstagsWanderer-Verhalten),

nur 36-mal hatte ich Erfolg. Das ergibt einen Durchschnitt von 1-mal in 10 Tagen. Die Gründe für meinen Misserfolg??

Mein lieber Ehemann,
typisch für Dich, dass Du jetzt auch noch eine Statistik erstellst! Ich kann dazu nur sagen: Für deinen Misserfolg im letzten Jahr gibt es handfeste Gründe. Deshalb hier meine Erklärung:

52-mal war ich wirklich zu müde, weil ich in der Nacht zuvor aufgrund Deines Schnarchens kein Auge zugetan hatte.
35-mal war es wirklich zu warm oder zu kalt, weil der große Heimwerker sich zuvor wieder mal am Thermostat zu schaffen gemacht hatte.
25-mal hast Du nach Kneipe gestunken und mir ist die Lust vergangen.
43-mal wolltest Du nebenbei eine Sportübertragung sehen… dazu ist ja wohl kein Kommentar nötig!
93-mal hattest Du technische Probleme, aber schließlich werden wir beide nicht jünger; so was kann jedem passieren, und so schlimm ist das doch auch wieder nicht, Hasi!
28 mal hatten wir zuvor gestritten und Du hast Deinen Fehler nicht eingesehen,
47-mal warst Du nicht rasiert. Dazu kommt noch, dass Du 5mal zu früh warst, und als Du unseren Hochzeitstag wieder einmal vergessen hattest, habe ich ja wohl nicht zu Unrecht auf stur geschaltet!
Aber 36-mal hat es ja geklappt, und das reicht doch eigentlich für ein Jahr, oder nicht?

Da wir ein Schaltjahr haben: 366-mal “Nein“, es war kein DienstagsWanderer. Nun denn, die erste Wandertour 2024 fiel total ins Wasser.  Das hat es in zehn Jahren nicht gegeben. Vom Auto direkt im strömenden Regen ins Lokal. In der Tankstelle in Betzweiler durften zwei Tische zusammengestellt werden und so saßen 14 Kameraden gemütlich im Trockenen, während draußen der Wind fast die Tanksäulen umgebogen hätte.

Einkehr in der Tanke.

Am 12. Januar fand das traditionelle Jahresessen in der Schloßbrücke statt. Festlich gedeckte Tische, leckere Gerichte  aus der Küche, süffige Weine aus dem Keller, alles war perfekt.  Gemeinsam mit den Frauen verbrachte man einen netten Abend in unterhaltsamer Runde.

Jahresessen in der Schloßbrücke.

16. Januar

Endlich wieder einmal eine erfreuliche, unzweifelhafte Wettervorhersage. Seit Tagen Minusgrade und es soll ein sonniger Tag werden. Da bot sich eine Wanderung auf einer Teilstrecke des Bänkleweges an, nämlich “Brunos Wasserfälle“ im Altern. Gestartet wurde an der Neunecker Säge. Steil war der Einstieg, was trotz Kälte die ersten Schweißtropfen rinnen ließ. Am ersten Bachlauf staunte man über die bizarren Eisformationen. Unglaublich, was die Natur an Äste, Gräser und Steine hingezaubert hatte.

Bruno’s Wasserfall.

Der Fahrweg wurde verlassen und nun war aufmerksames Gehen angesagt. Eisplatten, Nässe, Wurzeln, lauter gefährliche Stolperfallen. Vorbei am ersten fischreichen Weiher ging es herrlich am Graben bergauf. Unversehrt erreichten die Wanderer den Platz der ehemaligen Tandemhütte, von der leider nichts mehr zu sehen ist. Dafür durften die zahlreichen Holzstapel, abgedeckt mit Wellblechtafel, die wiederum  mit einem patentierten “Leute“ – Verfahren befestig waren. Daran und an den blauen Plastikschnüren sind Bruno’s “Holzbeigen“ schon von Weitem zu erkennen. Bei strahlend blauem Himmel ging es auf dem Alternweg nach Unterifligen und nochmals steil hinauf nach Oberiflingen. Im Gasthaus Linde wurde man wie immer bestens bedient. Leider wurde versäumt, auf dem Heimweg noch beim Meier-Metzger einen Fleischkäswecken zu vertilgen. Eine Nachlässigkeit, die eigentlich im neuen Jahr nicht hätte passieren dürfen. Punkt – aus.

 

2 Antworten auf „Die DienstagsWanderer auch 2024 wieder motiviert unterwegs“

  1. Spät, aber doch ein herzlicher Gruß von Eurer “FÄNIN”. Ja, Loriot hat doch den Nagel auf den Kopf getroffen und zum Glück habt Ihr Euch alle vom “Kanapee” oder “Sessel” in die Natur aufgerafft. Viele schöne Wanderungen und herrliche Eindrücke wünsche ich Euch Allen für das Jahr 2024.
    Auch weiterhin tolle Berichte, lieber Gerhard, welche die Leser teilhaben lassen.
    Herzlichst Ursel!

  2. Danke Gerhard für die schöne Aufbereitung der Veranstaltungen.
    Schön zum Nachlesen für diejenigen die dabei waren.
    Verlockend für die Abwesenden wieder mal dabei zu sein.

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