Ein Tag mit Wein, Weib und Gesang.

So ist das Rentnerleben ein Gedicht.

Dienstag, 19. März 2019

Endlich hat es geklappt. Die seit Jahren zur Tradition gewordene Fahrt nach Stuttgart stand auf dem Programm. Eine Tagesfahrt, die eigentlich keiner verpassen möchte. So trafen sich 16 Männer auf dem Bahnhof in Horb. Der Automat spuckte die benötigten Metropolkarten aus, natürlich nicht ohne dass man ihn mit Unmengen Euros gefüttert hatte. Pünktlich, ja auch das gibt es bei der Bahn, fuhr der IC in Richtung Stuttgart.

Eine herrliche Fahrt hinaus aus dem Neckartal, durch das Gäu und rein in die Landeshauptstadt.  OB Fritz Kuhn hatte es wieder mal nicht für nötig befunden, die Schwarzwälder Rentner zu begrüßen. Aber da stand ja am Ende des Bahnsteigs Peter, das Stuttgarter Mitglied der DienstagsWanderer. Von Weitem zu  erkennen, durch seine Größe, durch sein lichtes Haupt, auf dem die Morgensonne trotz Bauzaun und S 21 schien und somit für den ersten Glanzpunkt des Tages sorgte. Großes “Hallo” und schon ging es raus, runter und rein zum Küblermetzger. Ohne  Fleischkäsweckle geht gar nichts. Also stellte man sich geduldig in die  Schlange. Man hatte ja Zeit, Rentnerzeit, auch das gibt es. So gestärkt, wanderten die Kameraden vorbei am VfB Shop, vorbei am Hotelboy, der gelangweilt am Eingang Schmiere stand und vorbei an der Staatsgalerie und schlussendlich vorbei an Bretterverschlägen, Schutzgittern und Stolperfallen hinunter in die Katakomben. Zwei Minuten und schon fuhr die Strambe mit unzähligen Stopps hinaus nach Untertürkheim. Nach weiteren zwei Minuten Wartezeit wurde mit dem Bus der Anstieg auf den Rotenberg bewältigt. Und nun endlich, hinaus in die Natur. Blühende Forsythien, Zwetschgenbäume und Hyazinthen erfreuten die Wanderer.

Stuttgart und die Weinberge
Hyazinthen am Stäpfele

Bei frühlingshaften Temperaturen genoss man vom Vorplatz der Grabkapelle die Aussicht über Stuttgart und in die Weinberge um Uhlbach. Uhlbach, das Tagesziel. Herrlich ging es durch die Weingärten bergab. Ab und zu ein Winzer der sich mit seinen Reben beschäftige. Mandelbäume, deren Blüten förmlich aus den Knospen sprangen. Frühling um und in Uhlbach. Erste Einkehr in diesem Jahr in einer Gartenwirtschaft. Toll. Danach endlich zum Thema “Wein”. Extra für die DienstagWanderer wurde das Uhlbacher Weinbaumuseum geöffnet. In der “Alten Kelter” gab es Interessantes über den Weinanbau, die Winzer und ihre Werkzeuge zu erfahren. Eigentlich war die Vinothek geschlossen, aber angesichts 17 durstiger Männer konnte die Frau nicht anders und ein Glas Lemberger  durfte doch probiert werden. Dann endlich ging es zum Besen. Ein kleiner Fußmarsch durch das historische Uhlbach und man roch plötzlich den Trollinger. Besenwirtschaft zum Dreimädelhaus. Was für Aussichten?

Gespannte Erwartung
Halbvolle oder halbleere Gläser?

 

Wer glaubte, die DienstagsWanderer wären die einzigen Gäste, täuschte sich. Die Bude war voll, am Dienstagnachmittag, unglaublich. Aber Peter hatte reserviert. Etwas Gedränge, aber flugs wurde der Wein serviert. Flink waren sie, die Mädels, freundlich und herzlich. Sie wussten sehr wohl mit Männern umzugehen, deren Marktwert bereits zum Sinkflug angesetzt hat. Nach dem ersten Prosit wurden Schweinsbäckle mit Bratkartoffeln, Besencombo (Maultasche und Fleischküchle) mit Kartoffelsalat aufgetischt. Sehr gute Unterlagen für das nächste Glas Trollinger. Auch für das übernächste. Nach Wein, Weib (halt gedanklich) fehlte nur noch der Gesang. Aber Hallo. Gotthilf Fischer hätte seine Freude gehabt. Die Ulmer am Nebentisch – konnten sie nicht oder wollten sie nicht? Die Hälfte stimmte mit ein und nach etlichen Liedern bat dann ein Opernsänger (?) um seinen Auftritt. Fast so laut, dass die leeren Gläser  vibrierten. Man wollte aufbrechen, aber plötzlich doch noch ein Achtele. Ein Deisenbauer-Achtele an der obersten Grenze. Klasse. Also noch ein Achtele. Haben fertig. Mit Bus und Straßenbahn zum  Hauptbahnhof. Hier  wurde die Wartezeit zum Fischweckleverzehr genutzt und danach ging’s wieder mit dem Zug nach Horb. Die Orientierungslosen wollten nach der Treppe links abbiegen, obwohl es zum Parkhaus rechts ging. Noch schlimmer, ein Beifahrer diktierte seinen Chauffeur kurz vor Dürrenmettstetten zum Grünguthof, statt in Richtung Leinstetten.

Ein Schorle vom Trollinger
Geschafft….

Trollig, was der Trollinger so anrichtet.

 

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