Bettenhausen, das Schneckenland, ein Kleinod im Glatttal

Dienstag, 01. März 2022

Was, wie, Bettenhausen?

Und ob?! Schon am Fasnetdienstag war Bettenhausen das Ziel der Dienstagswanderer. In Schäfers Vorgarten waren Getränke bereitgestellt, zwei Schwedenfeuer sorgten für etwas Wärme und die letzten Sonnenstrahlen von der Dornhaner Platte vertrieben die vom Bach heraufschleichende Kälte.

Wie es im Alter halt so ist, es dauert bis es richtig brennt.

Leinstetter Narren und Bettenhausener Schnecken gesellten sich dazu und so verbrachte man einen netten Nachmittag auch ohne Fasnetsveranstaltung im Schulsaal. Das Spendenkässle wurde großzügig gefüllt. Der Überschuss plus einer Zugabe wurde von Getränke Schäfer an die Ukraine-Hilfe gespendet. Bravo.

Dienstag, 08. März 2022

Wieder war Bettenhausen der Ausgangspunkt der Dienstagswanderung. Wanderführer Gotthard leitete die Gruppe vorbei am E-Werk und entlang des ehemaligen Stausees, der inzwischen zum Biotop und Biberparadies geworden ist. Links die von kleinen Rinnsalen durchzogenen Steilhänge, rechts das von Schilf und Birken überwucherte Bachbett. Drüben auf der Insel ein vom Biber angenagter Baum, der vermutlich beim nächsten Windstoß zur Seite kippen und den Fortbestand der Biber sichern wird.

Dann ging es mit herrlicher Aussicht die Tauchhalde hoch in Richtung Fürnsal. Da ließ sich selbst Bruno in seiner ihm eigenen Art zu einem Lob für den Wanderführer hinreißen: “Mer ka di doch no was hoasa, es dauert zwar, aber des hosch guad gmacht“.

Die Bettenhausener “Triberger Wasserfälle”.

Die Bettenhausener erinnerten sich an ihre Jugendzeit, in der sie sich mit ihren Skiern in halsbrecherischer Fahrt diese damals noch baumfreien Hänge hinabgestürzt haben. Im Wald galt es dann, wie Karl erläuterte, die Bettenhausener “Triberger Wasserfälle“ zu bestaunen. Herrlich, was man sich doch mit etwas Fantasie einbilden kann. Weiter ging es die Fürnsaler Steige hoch.  Ein Seidelbast blühte zwischen dürrem Laub und alten Ästen.

Osterglocken ließen ihre gelbleuchtenden Blüten erahnen, warteten nur noch auf etwas Wärme. Die Schneeglöckchen hingegen läuteten im frostigen Wind den hoffentlich nahenden Frühling ein. Passhöhe, Gipfelkreuz. Karl erzählte, dass dieses Kreuz mit Pfarrer Linnemann zusammen mit der Fürnsaler Kirchengemeinde 1964 erstellt wurde. Ja, das waren noch Zeiten.

Erinnerungen wurden wach.

Das dachte sich auch ein Mitwanderer, der schweißgebadet, statt durchzuatmen, plötzlich mit nicht jugendfreien Äußerungen die Zuhörer in Bann zog. Er schwelgte in längst vergangenen Zeiten, von längst vergangenen Taten, als er noch – na ja? Gerne hätte er diese Vitalität mit ins hohe Alter genommen. Letztendlich ist es aber so, dass er, um bestimmte Körperregionen einsehen zu können, vor den Spiegel stehen muss, da seine “Bauchmuskulatur“ inzwischen zu stark ausgeprägt ist.

Auf der Fürnsaler Steige.

Entspannt schlenderte man hinüber ins Gewann Auchtert und dann genoss man talwärts die herrliche Aussicht hinunter ins Glatttal und bis hinauf zur Mettstetter Höhe. Zottelige Schottische Hochlandrinder staunten über die Hornochsen jenseits des Zaunes, während sie friedlich auf der spärlich mit Gras bewachsenen Weide ihres Weges trotteten.

Weitblick bei strahlend blauem Himmel.

Steil ging es nun hinunter zum Mühlenbach. Was für ein Gegensatz? Beim Aufstieg die Frühlingsblumen, beim Abstieg ein munteres, von Eisgebilden gerahmtes Bächlein. Einfach nur herrlich.

Diesem Wasserlauf folgte man nun bis zur Adlerstube, in der Senior Uwe die Wanderer hervorragend bediente. Die Dornhaner Wandergruppe war bereits mit Getränken versorgt, ein frisch gebackener  Marmorkuchen stand auf dem Tisch und unverschämterweise war fast der ganze Brezelvorrat verspeist. Doch Wirt Uwe hatte bereits Nachschub geordert und so konnten letztendlich alle bestens bedient werden.

Also, warum  denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute und Schöne ist so nah und der Sprit so teuer ist.

 

Eine Antwort auf „Bettenhausen, das Schneckenland, ein Kleinod im Glatttal“

  1. Wie immer super, lieber Gernhard und tolle Fotos. Ja, warum denn in die Ferne schweifen, haben wir nicht ein herrliches Fleckchen Erde hier im Umkreis. Viel Spaß allen Dienstagswanderern und ich freue mich auf den nächsten Bericht.
    Ursel G.

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