Ein gelungener Auftakt.

Dienstag, 07. Januar 2020

Endlich wieder auf Tour.

Nach drei entbehrungsreichen Wochen durften endlich wieder die Wanderschuhe geschnürt werden. Es war auch höchste Zeit, denn die Schlemmerwochen hatten doch teilweise Spuren hinterlassen. Gichtanfälle, Arthroseschmerzen und, was besonders ins Gewicht fällt, der Gürtel musste um ein Loch erweitert werden. Katastrophe. Also, allerhöchste Zeit sich zu bewegen.Treffpunkt war wie immer am Rathaus in Leinstetten. Gespannte Erwartung. Wer kommt, wer ist wieder dabei im neuen Jahr? “Wir werden heute nicht sehr viele sein,” mutmaßte Bruno. Damit lag er gewaltig daneben. Bis zur Einkehr kletterte die Teilnehmerzahl auf 18 Männer. Klasse.

Zuvor mussten aber noch einige Höhenmeter bewältigt werden. Von der Talsohle ging es steil durchs Dorf und am Ortsende im Gänsemarsch in Richtung Krähenäckerle.

Das Wasser gibt dem Ochsen Kraft! Den Menschen…….

Das kalte Wasser am Brunnen, wo früher die Kühe, Ochsen und Pferde auf ihrem beschwerlichen Weg “auf den Berg” getränkt wurden, animierte niemand zum Trinken. So groß war der Durst nun auch wieder nicht. Auf dem Alternweg in Richtung Unteriflingen genoss man die schöne Aussicht zum Weiler Ziegelacker, nach Neuneck, zum Bellensstein und beim letzen Aufstieg nach Oberiflingen bis nach Freudenstadt, Lossburg und Glatten.

Die Alten im Alteren. Immer noch flott unterwegs.

Ein Fleischkäsweckle vom Meier-Metzger ist auf dieser Tour längst Tradition. Wanderführer Bruno bat um Handzeichen, wer eines möchte. Er ließ sich aber belehren, was er sonst nur sehr ungern zulässt, dass es einfacher wäre, zu fragen, wer keines möchte. Ob es nun an den beschriebenen Festtagsbeschwerden oder an der Bequemlichkeit lag, es gab keinen der die Hand hob, der kein Weckle wollte. Klare Ansage an die Metzgersfrau: “17:00  Uhr; 17 Fleischkäsweckle”. Okay, Paul wollte noch zwischen Pizza-, grobem oder feinem Fleischkäse differenzieren. Darauf ließ Bruno sich aber nicht ein. Sonst wäre ihm auch noch eingefallen, Laugen-, Wasser-, Vollkorn oder gar Milchweckle zu verlangen.

Als die sechsköpfige Vorhut das Gasthaus Linde betrat, meinte der Wirt:” Heut send ihr aber net veil”. Aber hallo, als das Hauptfeld einrollte und später die Nachhut aus Mettstett,  da strahlte er über alle vier Backen. Die DienstagsWanderer auch. 

Graue Haare sind voll im Trend. Wenn jetzt noch Übergewicht und Falten modern werden, dann ist das das Jahr der DienstagsWanderer.

Es gab viel zu erzählen, zu diskutieren. Zum Glück waren keine anderen Gäste im Lokal, sie hätten Gehörschutz tragen müssen. Aber schön war’s. Bei der Frage um Vorschläge für künftige Wandertouren und Unternehmungen konnten tolle Ideen notiert werden. Neben den üblichen Touren in der näheren Umgebung wurde auch die Besichtigung des Stuttgarter Flughafens, eine Frühjahrswanderung im Schönbuch, ja und sogar eine Fahrt ins Europaparlament nach Straßburg vorgeschlagen. Super, keine Spur von erlahmendem Unternehmungsgeist.

Na dann, eines trinken wir noch und dann gehen wir erst nicht heim. Denkste. 17:00 Uhr. Da war doch was? Bruno bat zum Aufbruch. Wenn er etwas nicht leiden mag, dann ist es Unpünktlichkeit. “Des gibt’s doch net”.  Und so standen plötzlich 18 Männer an der Wursttheke, aber es waren nur 17 Weckle bestellt. Zwei Scheiben altes Brot waren die Lösung. Und nach dem Motto, altes Brot ist nicht hart, kein Brot, das ist hart, opferte sich Bruno und verzichtete auf ein Weckle, nicht aber auf den Fleischkäse. Dann übernahm er auch noch die Bezahlung, denn kurz vor dem Jahreswechsel durfte er seinen 70 ziger feiern. Gratulation und herzlichen Dank.

12 Kameraden machten sich trotz Dunkelheit zu Fuß auf den Heimweg, der Rest rief die Frauentaxis an. Bleibt zu hoffen, dass alle gut nach Hause gekommen sind.

 

 

 

 

2 Antworten auf „Ein gelungener Auftakt.“

  1. Zum Glück gibt es Gerhard, der uns Frauen auch an den Dienstagswandertagen unserer Männer teilhaben läßt. Fragt man nämlich den heimkehrenden Ehemann “was gibts Neues”, ist meistens die Antwort: alles beim Alten !Voller Spannung warten wir also auf Gerhards Bericht, der immer auf humorvoller und treffsicherer Art und Weise den Nachmittag beschreibt. Vielen Dank dafür, wir Frauen gönnen euch von Herzen diesen Nachmittag, können wir doch auch einmal tun und lassen was uns gefällt, ohne dass jemand drein schwätzt! Viele Grüße Agnes

  2. Hallo Gerhard,
    ein toller Start als Schreiber und natürlich auch als Wanderer ins neue Jahr. Viel Spaß der ganzen Gruppe und Dir weiterhin eine tolle Motivation zu immer lesenswerten Berichten.
    Herzlichst Ursel

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